Betriebliches Gesundheitsmanagement: Schlogari GesundheitsPlus
Das Schlogari GesundheitsPlus bündelt Angebote zur physischen, psychischen und sozialen Gesundheit auf einer Intranetseite. Es sensibilisiert Mitarbeiter*innen und stärkt Eigenverantwortung.
Im Berichtsjahr 2025 lag der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung von Kommunikation, Führung und individueller Handlungskompetenz. Die interne Kommunikation und der Intranet-Auftritt wurden gezielt ausgebaut, um Informationen niederschwellig und transparent zugänglich zu machen. Parallel dazu erfolgte Führungskräfteentwicklung auf Basis der Positiven Psychologie (PERMA-Lead®), die den Fokus auf Sinn, Stärken und wirksame Beziehungsgestaltung legt.
Ein zentrales Element bildete die gesamtbetriebliche Job-Stress-Analyse (JSA), an der sich 72 % der Mitarbeiter*innen beteiligten. Die Ergebnisse wurden in moderierten Dialogformaten reflektiert und in konkrete Verbesserungsmassnahmen überführt. Ergänzend fanden praxisnahe Workshops statt, in denen sowohl kurzfristig umsetzbare Anpassungen als auch strategische Empfehlungen erarbeitet wurden. Visuell unterstützten Team-Poster mit Stärkenprofilen, Entwicklungspotenzialen und Reflexionsfragen diesen Prozess.
Besondere Bedeutung kam der Kompetenzentwicklung im Umgang mit Belastungssituationen zu. Die Mitarbeiter*innen wurden in Neurodeeskalation, Aggressions- und Deeskalationsmanagement sowie im Umgang mit komplexen Krankheitsbildern geschult. In akuten Belastungslagen kamen strukturierte Stressinterventionen (CISM) zum Einsatz. Gleichzeitig wurden Prozesse zur Früherkennung drohender Abwesenheiten sowie zur Wiedereingliederung systematisch optimiert.
Erkenntnisse & Ausblick
Der Fokus liegt auf Kompetenzentwicklung, insbesondere Neurodeeskalation. Die Mitarbeiter*innen sollen Stressreaktionen früh erkennen, Selbstregulation stärken und Eskalationen reduzieren, wodurch psychische Gesundheit, Beziehungsqualität und Arbeitszufriedenheit gefördert werden.
Sicherheit, Autonomie und soziale Teilhabe für Bewohner*innen
Ziel unserer Arbeit ist es, Sicherheit, Selbstbestimmung und soziale Teilhabe in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Die Wirkung zeigt sich in zahlreichen individuellen Entwicklungsprozessen. So stabilisierte sich etwa Frau L. durch intensive Beziehungsarbeit und die Übernahme der selbstständigen Verpflegung. Herr H. konnte durch den Aufbau neuer sozialer Netzwerke Krisen deutlich reduzieren und Klinikaufenthalte vermeiden. Frau M. nimmt ihre Medikation dank Geduld, Humor und einer tragfähigen Vertrauensbeziehung zuverlässig ein, während Herr P. durch professionelle Betreuung und aktivierende Beschäftigung spürbar an Lebensqualität gewann. Beim Wiedereintritt aus der Klinik wurde dem Team mitgeteilt, dass bei Herr N. eine stabile Führung aufgrund fehlender Grenzen beim Alkoholkonsum nicht möglich sei. Dank intensiver Beziehungsarbeit ist er seit Monaten stabil und hält sich an die Abmachungen. Eine hohe Teamstabilität im Nachtdienst trägt zusätzlich zu Sicherheit, Vertrauen und Geborgenheit bei.
Zentrale Handlungsfelder sind Beziehungsgestaltung, Selbstwirksamkeit und Risikoreduktion. Niederschwellige Instrumente wie „Kennenlernkarte“ oder „Kontaktfeuer“ fördern Eigeninitiative, soziale Kontakte und Inklusion. Selbstorganisierte Initiativen, etwa Sprachkurse, stärken die Eigenständigkeit und Motivation der Bewohner*innen. Die systematische Erfassung von Ereignissen verbessert gleichzeitig sicherheitsrelevante Prozesse wie Türschliessungen und Medikationsmanagement.
Erkenntnisse & Ausblick
Qualität entsteht aus dem Zusammenspiel von tragfähigen Beziehungen, klaren Strukturen und individuellen Lebenssituationen. Künftig sollen neue technische Möglichkeiten genutzt werden, um Beziehungsmuster, Spannungsfelder und systemische Wirkungen noch besser sichtbar zu machen.
Die internationale Qualitätsnorm ISO 9001:2015 bildet die Grundlage für verlässliche Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und transparente Entscheidungsprozesse. Risiko- und Chancenanalysen, verbindliche Qualitätsziele sowie regelmässige interne und externe Überprüfungen sichern eine stabile und lernfähige Governance.
Im erfolgreichen ISO-Audit 2025 wurde insbesondere die strategische Steuerung durch das Management positiv hervorgehoben. Die Ziele sind klar aus der Gesamtstrategie abgeleitet und das Organisationsentwicklungsthema «Brücken schlagen» wird kontinuierlich und wirksam umgesetzt. Gleichzeitig wurde die starke regionale Verankerung des Unternehmens gewürdigt, die sich in zahlreichen Veranstaltungen für Bewohnende, Mitarbeitende und die lokale Bevölkerung zeigt.
Auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement sowie das systematische Anwesenheitsmonitoring wurden als Stärken beurteilt. Die Roadmap des Integrierten Managementsystems macht Fortschritte und Entwicklungspotenziale transparent, wodurch der Reifegrad des Qualitätsmanagements weiter steigt. Pflegeprozesse, Medikamentenmanagement und das Suchtkonzept entsprechen professionellen fachlichen Standards und tragen zur hohen Versorgungssicherheit bei.
Strukturell wurde die neue Stellenplanbewirtschaftung eingeführt und die Rolle der HR-Business-Partner*innen etabliert, um die Personalplanung strategischer und vorausschauender auszurichten. Ergänzend fördern niederschwellige Aktivierungsangebote die individuelle Entwicklung von Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen.
Erkenntnisse & Ausblick
Robuste Governance-Strukturen sind die Basis für eine gelebte Fehler-, Lern- und Innovationskultur. Ab 2026 rückt ISO 9001:2015 zusätzlich die systematische Chancenbewertung stärker in den Fokus. Ziel ist es, auch bei knappen Ressourcen handlungsfähig zu bleiben, Entscheidungen transparent zu begründen und kontinuierlich zu lernen. Fehler werden dabei nicht als Versagen verstanden, sondern als unvermeidbare Begleiterscheinung komplexer professioneller Arbeit.

Ökologische Nachhaltigkeit wird als stabilisierender Faktor für die soziale Kerntätigkeit verstanden. Der bewusste Naturbezug und naturgestützte Interventionen reduzieren Stress, fördern Verbundenheit und aktivieren Ressourcen.
Im Jahr 2025 wurden zentrale infrastrukturelle und organisatorische Massnahmen umgesetzt. Dazu zählen der Betrieb von Photovoltaikanlagen sowie der Anschluss an einen Holzschnitzel-Wärmeverbund, wodurch der Anteil erneuerbarer Energie deutlich erhöht werden konnte. Die Aussenräume wurden naturnah gestaltet, mit Grünflächen, Blumenwiesen und einem vielfältigen Baumbestand, was sowohl ökologische als auch therapeutische Effekte entfaltet.
Gleichzeitig wurde die E-Mobilität systematisch gefördert, unter anderem durch den Ausbau von Ladestationen, die schrittweise Elektrifizierung der Fahrzeugflotte sowie die Teilnahme an „Bike to Work“. Interne Prozesse zielen auf die Reduktion von Papierverbrauch und Foodwaste ab, während in der Beschaffung verstärkt regionale und nachhaltige Produkte bevorzugt werden. Ergänzend kommen zunehmend langlebige und ökologisch sinnvolle Materialien zum Einsatz.
Erkenntnisse & Ausblick
Ökologische Aspekte wurden bislang nicht systematisch erfasst. Seit 2025 sind sie fester Bestandteil des Qualitätsmanagements nach ISO 9001:2015. Neben dem Klimaschutz werden künftig auch Anpassungsstrategien an den Klimawandel geprüft, insbesondere in Bezug auf Hitze, Ressourcen- und Wasserschutz, Energieversorgung, Infrastruktur, Aussenräume und gesundheitliche Auswirkungen. Ziel ist es, ökologische Verantwortung langfristig als integralen Bestandteil der Organisationsentwicklung zu verankern.
